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Die EM, Deutschland und ich

Vor nahezu genau zwei Jahren schilderte ich hier noch, wie die WM mir ein Gefühl von Verlorenheit vermittelte.

Nun, ich würde dies heute nun nicht mehr so benennen und denke “befremdlich” passt zur EM besser als Ausdruck meiner Nichtverbundenheit zu dem, was vieles am Erscheinungsbild der EM und der Eventfans ausmacht. Befremdlich, da in mir die Farbkombi schwarz/rot/gold nichts auslöst und ich dieses Jahr dafür gelassener das gestrige Deutschlandspiel schauen konnte. Mir war und ist es völlig Latte, wer die Spiele und die EM gewinnt, solange es auf dem Spielfeld sportlich zugeht.

Macht mich das zu einem schlechten Menschen? Mit Sicherheit nicht.
Macht mich das zu einem schlechten Deutschen? Eher im Gegenteil.

Immerhin breche ich stets eine Lanze für die hiesige parlamentarische Demokratie, da mir – nach jahrelanger und entsprechend reiflicher Überlegung – keine bessere Regierungsform bekannt ist. Ich bezweifele das Vorhandensein einer gleichgeschalteten Lügenpresse und “Chemtrails” stellen für mich den Inbegriff eines Verfolgungswahns in Kombination mit einem absurd verzerrten Selbstwertgefühl dar. Soweit zu meinem Politikverständnis.

Wenn ich dann allerdings Bilder wie das im Bericht zu den Vorfällen auf der Fanmeile in Berlin sehe, weiß ich, warum mir jede Form des Nationalismus zuwider ist und in mir Angst auslöst. Und mir wünsche, dass die Menschen reflektierter mit diesem Thema umgehen. Vor allem überhaupt reflektierter mit sich und miteinander umgehen.

Wer mich kennt, weiß, ich bin Lokalpatriot und liebe Köln und die Kölner, egal welcher Couleur, welchem Familienhintergrund und welcher Geschichte. Und ich wünsche jedem Menschen, dort zu Hause zu sein, wo dieser die Liebe zur jeweiligen Heimat fühlt.

Allein: Mir ist Deutschland zu groß, um dieses Gefühl weiter als kurz über den Rhein zu tragen.

Was nicht bedeutet, dass ich den Staat Deutschland nicht anerkennen würde. Im Gegenteil. Haben wir doch hierzulande das Glück, in einem (noch in größeren Teilen vorhandenen) Sozialstaat zu leben, von dem vieles als Blaupause für die EU galt und nach wie vor gelten könnte. Wenn wir nicht den Antieuropäern noch mehr Raum zugestehen, der diesen ermöglicht die Klaviatur der Angst mehr und mehr zu bespielen und die Gesellschaft noch weiter zu spalten.

In diesem Sinne schließe ich mich Marcel Reif an und wünsche uns allen eine spannende und aufregende EM mit tollen Momenten, Respekt gegenüber allen Mannschaften und weniger Hass und Rassismus.

PS: Ich möchte während dieser EM mehr Knallertore á la Schweinsteiger und Mustafi sehen.

[Verlosung] Omar mit Band, live im CBE 09.06.

Donnerstag, Omar-live-Tag. Und ich wollte so viel Knowledge droppen in diesem Post. Alleine: Mein Feind die Zeit.

Aber gut, das soll nicht das Problem von Euch sein – die 1×2 Plätze auf der Gästeliste wollen schließlich verlost werden.

Umso dankbarer bin ich den Kollegen der Radio Love Love, die sich die Mühe und uns die Freude eines tollen Omar-Specials gemacht haben! Damit der Fisch zumindest ein bisschen Fleisch im Posting hat.

Nun gut: Hier geht es zur Musik und zu den Gewinnkonditionen kommen wir dann direkt unter dem Soundcloud-Player. Deal? Deal! (weiterlesen …)

Swing! #wp #cologne #streetart #ehrenfeld


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Tucholsky

“Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten willen kämpft, verdient also nicht diese bürgerliche Nichtachtung und das empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird.”

“Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.”

“Was darf die Satire?

Alles.”

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