Archive for April, 2008


Poets/Whitefield-Split

Hm, wenn das stimmt, was ich heute beim Soulkombinat las, darf man sehr gespannt sein, wohin sich der Sound der Weissenfeld-Brüder jeweils entwickelt.

Schade fände ich das schon, gerade, weil der Sound der Poets zwar immer mal wieder ins Freie kippt und sich dann wieder in den “einfacheren” Synkopen fängt, mochte ich ebenjenen sehr gern.

Aber das heißt ja nun nicht, dass das, was nun kommen wird, nicht auch sehr toll sein kann.

Millie ‘incredible’ Jackson

If lovin’ you is wrong I don’t wanna be right in einer wunderschönen und lustigen Liveaufzeichnung von 1984. Ab der fünften Minute geht Millie frei steil.

Fabian Stürtz, der Mensch, der mich so angenehm in Szene gesetzt hat, bat mich (schon letzte Woche, Schande auf mein Haupt!), darauf aufmerksam zu machen, dass morgen, 12.04., seine Ausstellung im Gloria zu Köln mit einer Vernissage eröffnet wird.

Und? Ich hätte es fast vergessen (Schande auf mein Haupt!), wenn nicht mein Kollege eben meinen Blick auf dieses Foto von Dick Cheney gelenkt hätte:

Take a look on that look...

[ via ]

Fliegen fischen, ah ja! Nun immerhin bringt das Foto mir nicht nur Mehrwert, sondern auch die Erinnerung an die morgige Vernissage und da Cheneys politische Halbwertzeit ja auch bald das MHD überschritten haben wird, finde ich es lustiger, als alles andere.

Aber egal, denn: Auf jeden Fall werde ich mich morgen Abend auch im Gloria blicken lassen, so eine schöne Einladung, wie diese, erhält man ja selten:

Hoffe, man sieht sich dort…

Deep brownnosed

Oder? Wenn ich mir diesen Artikel in der FAZ durchlese, verliere ich jede Spur von Achtung gegenüber dem IOC, insbesondere wenn es dort heißt:

Vázquez Raña reckte den Daumen in Richtung der Olympia-Gastgeber. So macht man das unter Leuten, die gemeinsame Interessen verfolgen.

Ich vermute, wenn man dem IOC ein KZ als Trainingslager vorführen würde, wären sie begeistert von der Qualität und Reinheit der sanitären Anlagen und insbesondere der Duschen.

Sorry, schon wieder die Keule, aber so schlimm und blind-sein-wollend kann doch kein Mensch mehr durch die Gegend laufen wollen.

Oder?

Eigentlich bin ich ja schon länger wieder da, aber noch nicht so ganz in Blogenhausen angekommen, bzw. schon wieder tief im Schreibtischbelag eingewühlt. Wenn mir aber folgendes auffällt, dann muss ich meine Nichtschreibphase doch kurz unterbrechen:

Der Sprecher des Pekinger Organisationskomitees der Spiele sagte, der Fackellauf werde weitergeführt. “Keine Kraft” könne ihn stoppen. “Der Fackellauf wird seine Reise weiter fortsetzen mit der Unterstützung von Menschen in der ganzen Welt”, sagte Sun Weiode.

[ via ]

Die Wortwahl erinnert mich dann, gedopt von der ganzen athletisch-ästhetischen belegten Symbolik des Fackellaufs, doch sehr stark an den Terminus “Endsieg” und diese Flammen- und Götter-vom-Olymp-Ästhetik, die alle totalitär Herrschenden – ja KP Chinas, ich meine Deine Funktionäre – anscheinend als glorreich empfinden, hätte von ihr kaum besser umgesetzt werden können.

Außerdem: Mal ganz abgesehen davon, dass es mich seinerzeit zum Weltwirtschaftsgipfel in Köln mehr als verärgert hat, dass die Amis meinten, sie müssten sich der Verantwortung über die Arbeit der hiesigen Sicherheitsbehörden annehmen und Köln in einen Knast verwandeln, kann ich es nicht verstehen, dass man, also das IOC und die Regierungen der vom Fackellauf betroffenen Nationen, es gestattet, Elitesoldaten eines anderen (gar demokratiefeindlichen) Staates zum Schutz des Olympischen Feuers gegen das eigene Volk zu zu lassen.

Weiterhin ist es anscheinend ein Witz, wenn das IOC behauptet, mit Politik nix am Nadelstreifen zu haben und man dafür auf der Seite des DOSB dann folgendes sehen kann:

Sorry, ich kann mich des Gedanken nicht erwehren, dass es hier weniger um den “olympischen Gedanken”, als um pure Rockzipfel-Hörigkeit gegenüber der Industrie aka Sponsoren geht. Immer schön die Athleten klein halten, bloß keine Meinungsfreiheit oder eigenständiges Denken gewähren und dann davon faseln, dass man den olympischen Geist mittels der Fackel nach Lhasa bringe, was den dort lebenden Menschen nur gut tun könne.

Oder, der Herr Thomas Bach:

Verhalten fiel dagegen die Reaktion des DOSB-Präsidenten Thomas Bach aus: „Gegen friedliche Demonstrationen hat niemand etwas einzuwenden“, sagte er dem ZDF. „Wirklich befremdlich ist, dass bei dem Fackellauf ein Symbol mit Gewalt angegriffen wird.“

[ via ]

Da würde mich mal interessieren, was der Herr Bach in diesem – ja ich weiß, Keule und so weiter – aus einem faschistischen Regime heraus geborenen Symbol des Fackellaufs sieht?

Oder wie man es den Tibetern erklären möchte, dass man ihnen die Fackel als Symbol des Friedens aufdrängen will und es nicht in Frage kommt, diese höchst sensible Station aus dem Lauf heraus zu nehmen.

Ich hoffe einfach, dass das IOC und seine jeweiligen nationalen Sprösslinge sich einfach noch nicht darüber bewusst sind, wie hier mit ihrem “Olympischen Gedanken” seitens der chinesischen Administration – ich werde mich hüten, eine Nation über einen Kamm zu scheren – herum gehurt wird.

Aber, ich bezweifele dies und kann im Moment nur folgendes Urteil fällen:
Ihr Olympiaplaner und -organisatoren seid alles Nutten und verkauft Ideale, insofern Ihr sie je besaßt, für Sponsoren-Dollars.

Für mich sind die olympischen Spiele gestorben, ich hoffe, es schließen sich genug Menschen der gleichen Meinung an und dass die Fernsehquoten ordentlich nach unten gehen.

Und ja, es tut mir leid für die Athleten, deren Aufgabe nun wirklich nicht die Politik ist und es tut mir leid für die chinesische Bevölkerung, die würdevollere Spiele verdient hätte.

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