Eigentlich bin ich ja schon länger wieder da, aber noch nicht so ganz in Blogenhausen angekommen, bzw. schon wieder tief im Schreibtischbelag eingewühlt. Wenn mir aber folgendes auffällt, dann muss ich meine Nichtschreibphase doch kurz unterbrechen:

Der Sprecher des Pekinger Organisationskomitees der Spiele sagte, der Fackellauf werde weitergeführt. “Keine Kraft” könne ihn stoppen. “Der Fackellauf wird seine Reise weiter fortsetzen mit der Unterstützung von Menschen in der ganzen Welt”, sagte Sun Weiode.

[ via ]

Die Wortwahl erinnert mich dann, gedopt von der ganzen athletisch-ästhetischen belegten Symbolik des Fackellaufs, doch sehr stark an den Terminus “Endsieg” und diese Flammen- und Götter-vom-Olymp-Ästhetik, die alle totalitär Herrschenden – ja KP Chinas, ich meine Deine Funktionäre – anscheinend als glorreich empfinden, hätte von ihr kaum besser umgesetzt werden können.

Außerdem: Mal ganz abgesehen davon, dass es mich seinerzeit zum Weltwirtschaftsgipfel in Köln mehr als verärgert hat, dass die Amis meinten, sie müssten sich der Verantwortung über die Arbeit der hiesigen Sicherheitsbehörden annehmen und Köln in einen Knast verwandeln, kann ich es nicht verstehen, dass man, also das IOC und die Regierungen der vom Fackellauf betroffenen Nationen, es gestattet, Elitesoldaten eines anderen (gar demokratiefeindlichen) Staates zum Schutz des Olympischen Feuers gegen das eigene Volk zu zu lassen.

Weiterhin ist es anscheinend ein Witz, wenn das IOC behauptet, mit Politik nix am Nadelstreifen zu haben und man dafür auf der Seite des DOSB dann folgendes sehen kann:

Sorry, ich kann mich des Gedanken nicht erwehren, dass es hier weniger um den “olympischen Gedanken”, als um pure Rockzipfel-Hörigkeit gegenüber der Industrie aka Sponsoren geht. Immer schön die Athleten klein halten, bloß keine Meinungsfreiheit oder eigenständiges Denken gewähren und dann davon faseln, dass man den olympischen Geist mittels der Fackel nach Lhasa bringe, was den dort lebenden Menschen nur gut tun könne.

Oder, der Herr Thomas Bach:

Verhalten fiel dagegen die Reaktion des DOSB-Präsidenten Thomas Bach aus: „Gegen friedliche Demonstrationen hat niemand etwas einzuwenden“, sagte er dem ZDF. „Wirklich befremdlich ist, dass bei dem Fackellauf ein Symbol mit Gewalt angegriffen wird.“

[ via ]

Da würde mich mal interessieren, was der Herr Bach in diesem – ja ich weiß, Keule und so weiter – aus einem faschistischen Regime heraus geborenen Symbol des Fackellaufs sieht?

Oder wie man es den Tibetern erklären möchte, dass man ihnen die Fackel als Symbol des Friedens aufdrängen will und es nicht in Frage kommt, diese höchst sensible Station aus dem Lauf heraus zu nehmen.

Ich hoffe einfach, dass das IOC und seine jeweiligen nationalen Sprösslinge sich einfach noch nicht darüber bewusst sind, wie hier mit ihrem “Olympischen Gedanken” seitens der chinesischen Administration – ich werde mich hüten, eine Nation über einen Kamm zu scheren – herum gehurt wird.

Aber, ich bezweifele dies und kann im Moment nur folgendes Urteil fällen:
Ihr Olympiaplaner und -organisatoren seid alles Nutten und verkauft Ideale, insofern Ihr sie je besaßt, für Sponsoren-Dollars.

Für mich sind die olympischen Spiele gestorben, ich hoffe, es schließen sich genug Menschen der gleichen Meinung an und dass die Fernsehquoten ordentlich nach unten gehen.

Und ja, es tut mir leid für die Athleten, deren Aufgabe nun wirklich nicht die Politik ist und es tut mir leid für die chinesische Bevölkerung, die würdevollere Spiele verdient hätte.

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