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Der Tag danach… + kleine Presseschau

Der Freitag nach Weiberfastnacht ist tagsüber meist ziemlich langweilig und öde: Viele Kollegen haben Urlaub oder sowieso frei, unsere auswärtigen Kunden trauen sich anscheinend nicht, in Köln anzurufen und die Klienten aus der Region, na ja, ob die arbeiten?

Mangels Schlaf sind heute denn bei mir auch eher Bereitschaft und weniger anspruchsvolle Aufgaben angesagt und zwischendurch habe ich auch mal ein Auge ins Internet geworfen und war bass erstaunt ob des Konterfeis “meines” ehemaligen Kioskbesitzers Remzi bei Spiegel Online:

Der zugehörige Artikel beschreibt recht schön, wie wir Kölschen den Fasteleer verbringen.

Und sonst so? Einiges, aber der Reihe nach:

  • - Bedauerlicherweise und trotz der vielen kölschen Tön’ die man während der 5. Jahreszeit überall zu hören bekommt, ist Kölsch (die Sprache, nicht das Bier!) vom Aussterben bedroht.
  • - Wundert es mich, dass der hiesige Kirchenfürst, Kardinal Meisner, der Karnevalssession seinen Segen gibt – müsste ihm das Tun und Treiben in Köln doch vorkommen, als hätte er eine 5-Tage-Reise nach Sodom und Gomorrha unternommen und, wenn man mal liest, welchem Pack er Unterstützung gewährt, kommen einem doch ernsthafte Zweifel über seinen Geisteszustand:

Meisners Erzbistum im Westen der Republik ist zum Sammelbecken rechtsgläubiger Katholiken geworden, von Anhängern des Opus Dei bis hin zu den Legionären Christi. Dem emeritierten Weihbischof Max Ziegelbauer erlaubte der Kardinal, die lateinische Messe im alten Ritus in der Kölner St.-Kunibert-Kirche zu zelebrieren. Dabei sprachen die Gläubigen antisemitische Gebete gegen “die verworfene Judenschar”. Ein Kölner Pfarrer war “erschrocken über etliche kahlgeschorene Mitbeter in den Kirchbänken”.

  • - Ach ja, dass die Kirche keinen Humor verträgt, ist ja eigentlich auch nichts Neues, lässt sich hier aber auch noch einmal konkret lesen:

Die Bischofskonferenz in Israel verurteilte am Freitag die “widerlichen Angriffe auf Jesus Christus und die Jungfrau Maria”, die der Sender Kanal 10 Anfang der Woche in einer Comedy-Sendung ausgestrahlt hatte.

  • - Überhaupt die Kirche: Revisionisten und Holocaustleugner wieder in ihrem Schoß willkommen zu heißen ist schon ein starkes Ding.
    Nachdem die argentinische Regierung nun Richard Williamson zehn Tage Zeit gibt, das Land zu verlassen, frage ich mich, ob er wohl politisches Asyl im Vatikan beantragen wird. Vermutlich wird er weniger Probleme haben, irgendwo unter zu kommen, als die derzeit noch in Guantanamo verbliebenen Häftlinge.
    Bitter, aber wahr.
  • - Da passt das auch ganz gut (oder eher schlecht), dass jeder 8. Lehramtsstudent der Uni Dortmund an die Schöpfungslehre glaubt und Evolutionstheorie für Spökes hält.
  • - Zum Thema Kinderpornosperren hier auch noch ein zwei Links:
    Wie verschiedene Ministerien versuchen, Grundrechtseingriffe weg zu zaubern, lässt sich schön bei Odem.org nachlesen.
    Der entsprechende Heise-Artikel findet sich hier und glücklicherweise sind sich Regierung und Provider bislang nicht einig gewordenwie ich schon schrub: Kindesmissbrauch ist furchtbar, aber wenn eine hysterische Alte, deren technisches Verständnis gar noch geringer als ihr kaum vorhandenes Grundrechtsempfinden ist, meint, sie müsse den ersten Schritt zur Zensur unternehmen, kann ich nur begrüßen, dass die Provider sich nicht vor diesen Karren spannen lassen wollen.
  • - Und, wenn schon 12jährige unter Verfassungsschutzbeobachtung gestellt werden sollen, frage ich mich, ob das nicht auch eine Form von Kindesmissbrauch ist
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