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Die Abgründe der Latin-love zum Geburtstag.

Die Wahl des Themas fiel mir bei einem Menschen der so viel Liebe und Musik in seinem Herzen trägt wie Freund Kleinski wahrlich nicht schwer. Auch wenn das hier dargestellte Thema nicht dem romantischen Allerwellts-Klischee der schmalzig, chauvinistisch und kommerziell leicht verträglichen Mainstreamsalsa entspricht und so thematisch vielleicht kein reines Glücksgeburtstagsthema ist, lag es mir doch nahe mich bei dieser Gelegenheit den Abgründen afrokaribischer und lateinamerikanischer Liebe zu widmen.

wenn menschen über salsa reden, denken oder schreiben ist oft eine art salsa gemeint, in der viel von liebe, erotik und der schmerz- und lustvollen  beziehung zwischen mann und frau die rede ist.

man sagt auch salsa romantica oder je nach spielart auch salsa erotica dazu. helden dieses genres sind ohne zweifel große stimmen wie:

lalo rodriguez, frankie ruiz und eddy santiago.

wobei für mich lalos alte produktionen wie das album unfinished masterpiece mit eddie palmieri und die themenwahl von frankie ruiz, die beiden weit über die eher einfach strukturierte spielart der salsa romantica herausheben.

es gibt selbstverständlich auch neuere (oder immer noch aktuelle) interpreten wie marc anthony, gilberto santarosa, tito nieves und maelo ruiz die diese art der salsa bis heute zum topseller machen.

eine namensliste von sängern und sängerinnen aufzuführen, die solch eine salsa gespielt haben und es bis heute tun, würde den rahmen dieses blogs sprengen, und ausserdem wäre sie bei meinem kenntnisstand dieses genres auf jeden fall unvollständig.

i love it, but it’s not my thing!

aber, salsa war auch schon ein medium für die ganz großen gefühle bevor die salsa rolmantica entstand.

ich wage sogar zu behaupten, das der boom der romantica spielart, ein stückweit die thematische bandbreite beschnitten hat, einfach darum weil thematiken wie `la fea´ (roberto roena, lucky 7) oder `que te vas – pues vete´ (charlie palmieri, adelante gigante) nicht immer einfach zu hören sind, bzw. nicht jedem gleich gefallen mögen.

deshalb sind sie im rahmen kommerzialisierbarer marketingstrukturen eben auch keine “music for the masses” (hehe, da passt ein zitat von pedro pietri von 1974: “the masses are asses[!!!]“)

es gibt jedoch tunes die sind so `on point´da ziehts einem glatt die socken aus. wenn sich jemand da draussen gerade getrennt hat, sich trennen will, sich ausgenutzt, verarscht oder ähnliches fühlt, treffen diese lieder genau ins herz.

salsa ist wie ruben blades so schön sagt die urbane folkore lateinamerikas, und da folklore altägliches wie besonderes verhandelt,  ist in der salsa auch die harte seite der liebe ein thema das es zu behandeln gilt.

einige haben dies mit bravour getan, und einen dieser songs  will ich euch als eine art “salsa anti-romantica – lieder zum abschied” nun vorstellen.

Es ist ein tune den ich in meiner leider nicht mehr existenten sendung auf dem soulsender (cocinando con clave)  schon gespielt habe und zwar Roberto Roenas großartiges stück `Que me castigue Dios´ von dem killer album

Roberto Roena y su Apollo Sound Lucky 7 von 1976.

besonderes highlight, wie in der sendung schon angemerkt, der kurze aber prägnante gastauftritt von ruben blades mit dem abschliessenden statement.

sammy gonzalez bittet hier eindrucksvoll darum das er von gott bestraft werden möge wenn er sich noch einmal mit dieser frau einlässt. die gefahr für sein leben wird stimmungsvoll von den improviastionen des orchesters, besonders der bläser (vor allem trompete) eingefangen. wie gesagt ruben setzt mit seinem canto dem ganzen die krone auf mit aussagen wie:

“si te vuelvo a mirar, que se me nuble la vista. y mi cansa tu mal aliento, que nunca te reproché, y tambien te huelen los pies, ahh uhhmpf,…”

(wenn ich dich nochmal sehe, soll sich mein blick verschleiern. und mich ermüdet dein übler geruch den ich dir niemals vorhielt, und deine füsse stinken auch, ahh uhhmpf,…)

hier der tune zum schwelgen…

Roberto Roena – Que me castigue dios

ein weiterer herber song ist die nummer `Casigala´ (Bestrafe Sie) von Cesar Nicolas. kurzes inhaltliches resumee: sie hat ihn verlassen und er bittet gott sie zu strafen. er wartet weiter auf sie und er soll sie strafen damit si eerfährt was sie ihm angetan hat und sie sich ihrer handlung bewusst wird und so vor derselben erfahrung geschützt wird(?). ja die logik hinkt etwas, aber so sei es denn.

der song selbst kann in seinen arangements und von seinen harmonien meiner meinung nach extrem viel!

hört selbst …

Cesar Nicolas – Castigala

als letzten tune ein alktuelleres beispiel vom großartigen Jimmy Bosch, dem posaunenmonster aus dem big apple.

dieser song thematisiert eine andere art der liebe und zwar die familiäre liebe und trauer über den tod des eigenen bruders. gleichzeitig feiert und besingt er die liebe zum leben und den kampf gegen den alltäglich struggle auf den harten strassen seiner hood. am mic in dieser version der wundeolle Ray BAyona dessen stimme mir direkt ins herz geht. ich muss sagen das dies wirklich einer meiner all-time favourites ist der mir oft und auf vielen tanzflächen großen spaß und unzählige groovende momente gegeben hat.

die besetzung bei diesem konzert ist nebenbei mal angemerkt der oberkiller, schon die rhythmsection bläst einfach alles weg:

Jimmy Bosch – Trombone
Edwin Sanchez – Piano
Ruben Rodriguez – Bass
Nicky Marrero – Timbales
George Delgado – Conga’s
George Padilla – Bongo
Angie Machado – Trompeta
Jeff Lederer – Tenor Sax
Maurice Snith Jr. – Baritone Sax / Flute
Juan Ray Bayona – Lead Vocals

So mein bruder im geiste und im herzen und all ihr musiclover da draussen, mit diesem unglaublichen song überlasse ich euch jetzt eurer eigenen liebe. genug geredet, hier der tune …

Jimmy Bosch All-Stars live in Puerto Rico – Otra oportunidad

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