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Verloren

Ich sitze hier, auf der Couch, nebenbei läuft die WM-Begegnung Deutschland:Portugal und ich fühle mich verloren.
Verloren auf dem feinen Grat, der zwischen Heimat und Nation, Akzeptanz und Stolz, Gut und Böse auszumachen ist.

Es steht 4:0 und mich nervt, dass ich mich überhaupt in den FIFA-initiierten Sog hinein ziehen lasse. Dass ich mich diesem Wahnsinn nicht entziehen kann: Milliarden Fans, die ihr “Schicksal” in die Hände anderer Menschen legen, während hierzulande vermutlich – es hat seine Tradition – neue, unpopulistische Gesetze verabschiedet werden. König Fußball beherrscht die Welt und wenn Kaiser Franz nackt durch die Gegend stolzieren würde, würde auch ihm allerseits Stolz und Bewunderung ob seiner wunderbaren Kleidung zuteil werden.

Da ist es egal, dass Brasilien 11 Milliarden Euro ausgegeben hat, um die Infrastruktur für die FIFA-Orgie herzustellen. Eine wunderbares Festspiel, denn die FIFA wird wohl 3 Milliarden Euro an Gewinn einstreichen. Und selbst wenn diese Summe 1:1 an Brasilien gehen würde – wovon maximal ansatzweise auszugehen ist – wäre dort immer noch ein Defizit von 8 Milliarden. Das – und hier muss man nicht drum diskutieren – wohl weitaus besser in Brasilien hätte verwendet werden können. Der Wahnsinn, dass im Dschungel nun neu gebaute Stadien stehen, die nach der WM verfallen werden, drängt sich mit einer Offensichtlichkeit auf, die man mit den Bäumen im Wald vergleichen muss. Denn kaum jemand will diesen Wahnsinn wahr nehmen.

Nun ist das Spiel vorbei, Deutschland hat gewonnen und ich schäme mich, dass ich überhaupt mit tippe und mir die Ergebnisse rein ziehe und fühle mich verloren.

Ich möchte kein “Wir” hören in dem ich mich nicht zu Hause fühle.

Es wird Zeit, dass die Bundesliga wieder los geht.

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