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SomL: Einstürzende Neubauten – Keine Schönheit (ohne Gefahr)

7 Tage, 7 Songs – 7v7 – Finale!?

Was mit Pink Floyds “Another Brick in the Wall (Part 2)” begann, findet sein [vorläufiges] Ende mit “Keine Schönheit (ohne Gefahr)” der Einstürzenden Neubauten.

Passt auch ganz gut, denn “Keine Schönheit” ist der vorletzte Song auf der wundervollen “5 auf der nach oben offenen Richterskala”, die ich mir 1987 von meiner nicht weniger wundervollen Großmutter zu Weihnachten schenken ließ…

Ihr kennt ja bestimmt das Spiel, wenn Großeltern Musik verschenken, die mensch vorher selber kaufen muss, damit es nicht zu widrigen Geschenken und dementsprechenden Teenagertragödien unter dem Weihnachtsbaum kommt?

Auf jeden Fall war ich sehr begeistert und wochenlang vorfreudig, als ich meiner Mutter das Album zur adventischen Verwahrung in die Hand gab. Denn das wunderbare, klare und kunstvolle Design gehört auch heute noch zu meinen Lieblingsvinyl-Verpackungen und ich durfte die Platte ja erst am heiligen Abend hören. Und hatte eh nur eine grobe Vorahnung, ob und was die Neubauten für “Musik” schufen. Insofern wartete ich auch sehnsüchtig auf die Ankunft – nicht des Herrn, die meiner Schallplatten { – die andere Platte kann nicht so toll gewesen sein, sonst wüsste ich noch den Titel }.

Und dann war es soweit: Nach Abendessen und Bescherung wartete ich noch die meines Erachtens gebührende Zeit ab – 15 Minuten – bevor ich mich zurück zog, um die “5″ und meine bis dato vorherrschende musikalische Unschuld aufs letzte zu entjungfern.
Ich weiß nicht, wie oft ich die Platte an dem Abend gehört habe. Hatte sie es schon geschafft, von Juni bis Dezember des gleichen Jahres zu einem Mythos für mich zu werden, dessen Geschmacksverstärker die Adventszeit war, enttäuschte sie mich nicht im Geringsten, sondern warf mich musikalisch um Jahre nach vorn und tiefer in den freien Raum als Peter Brötzmann es hätte tun können. Dementsprechend musste ich am gleichen Abend noch meinen besten Freund anrufen, um ihm davon vorzuschwärmen. Ein Mensch, dem ich den Zugang zu Joy Division und Dead Kennedys, Kortatu und Blur verdanke.

Zurück zum Thema: Nachdem die Neubauten bis dahin sehr frei und ohne große elektronische, sprich Loop-Technik, ihr Werk gestaltet hatten, war die von Gareth Jones Co-produzierte Platte nun die erste Veröffentlichung, wo die Großmeister der postindustriellen Metallmusik sogenannten Lärm in Form von Samples und mithilfe von Sequencern auf ein neues Level hoben.

Für mich nach wie vor das rundeste aller ihrer Alben. Davor rau und improvisiert, danach elektronischer und abgeschliffener, stellt die “5″ aus meiner Sicht den Höhepunkt ihrer Releases dar.

Und das tut sie auch heute noch und ist nicht weniger als eine der wichtigsten deutschsprachigen LPs der Nachkriegsgeschichte.

Viel Spaß damit – die gesamte “5″ findet sich beim YouTube-Poster des heutigen Songs.

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