Tag Archive: Arbeit


Ich denke, dieser Ausschnitt der gestrigen ZAPP-Ausstrahlung zum Thema Sinn und Unsinn der populistischen Internetsperr-Aktion gegen Kinderpornographie spricht für sich:

Und wenn man dann noch Lust auf ein wenig mehr Aufregung hat, sollte man sich das Interview mit dem Infratest-Boss Hilmer ansehen.

Herr Hilmer erklärt zwar recht anschaulich, dass es zwischen Schwarz und Weiß keinen Unterschied gibt aber leider lässt er offen, warum der Test, den MOGIS in Auftrag gab, bereits nach 50 Minuten von der Infratest-Website genommen wurde, während jener der Deutschen Kinderhilfe weiter online bleibt.

Ob man Infratest dimap dies nahe gelegt hat? Immerhin macht dieses Meinungsforschungsinstitut seine Hauptarbeit vermutlich in Wahlkampfzeiten.

Und, ein kleiner freundlicher Rat, bevor ich es vergesse: Vorsicht bei der nächsten Zebrastreifennutzung, Herr Hilmer!

Noch eine klasse Seite, die ich eben durch twitter fand: Zensursularm.

Und die Schalker Ultras sind auch gegen Zensur und die Aktion der zweifelhaften Deutsche Kinderhilfe.

Bevor ich es vergesse: Bald sind zwar 90.000 Unterzeichner der Petition zusammen, dennoch, falls Du es noch nicht getan hast, zeichne mit!

[ Alles und mehr  via twitter. ]

… die Bodenhaftung zu den eigenen Bürgern zu verlieren – warum habe ich u.a. hier schon beschrieben – bleibt eingetragenen, und somit gemeinnützigen, Vereinen anscheinend die Aufgabe vorbehalten, das nötige Vertrauen zu institutionalisierten Verbänden wieder aufzubauen. Basisarbeit leistend, anstatt derer, die da im Elfenbeinturm herum gammeln, ihren Rolli reinigen oder über die Quadratur der Netzsperrenkreise grübeln.

Ich denke, es spricht nicht gerade für einen Staat, wenn man aus Quasi-Notwehr zu harten Verschlüsselungsmethoden greifen muss. Klar könnte man nun argumentieren, dass wir immerhin noch die Freiheit dazu haben, andererseits wäre es derzeit selbst für Wolfgang Schäuble wohl zu schwierig, ein generelles Verschlüsselungsverbot zu etablieren – dafür muss unser Lieblingsopfer und Bundesrolli noch einige Jahre Ängste vor vermeintlichen Terroristen schüren; vielleicht klappt es dann ja, was wohl keiner hofft.

Nun, solange es noch möglich ist, “privat” zu surfen, sollte man dies auch nutzen.

Und da kommen wir zu einem eingetragenen Verein, dem FoeBuD, dessen Zweck folgendermaßen aussieht:

Der FoeBuD e.V. setzt sich seit 1987 für Bürgerrechte und Datenschutz ein. Beim FoeBuD treffen unterschiedlichste Menschen zusammen, die Technik und Politik kritisch erkunden und menschenwürdig gestalten wollen.

Wie sich die Vereinsarbeit konkret darstellt, kann man an einem passenden Beispiel (nach Klick auf das Banner) direkt mal ausprobieren. Es handelt sich hier um ein praktisches Gadget: Einen USB-Stick, der einen für Tor gepatchten Firefox enthält, keine Cookies speichert und somit einen Grundrahmen der Anonymität liefert – die Software ist auch frei herunter ladbar und kann dann selber auf einem Stick installiert werden.

Aber Achtung! Ich zitiere hier direkt von der Seite:

Verwechseln Sie also nicht Anonymität mit Vertraulichkeit. Stellen Sie sich vor, Sie würden sich mit einer Maske in einer Gesellschaft bewegen – wenn Sie Ihre Identität durch den Inhalt Ihrer Gespräche enthüllen, wird die Maske nutzlos. Auch möchten Sie trotz Maske nicht ohne weiteres Ihre persönlichen Geheimnisse mitteilen.

Gilt also auch hier: Holzauge sei wachsam!

Der Freitag nach Weiberfastnacht ist tagsüber meist ziemlich langweilig und öde: Viele Kollegen haben Urlaub oder sowieso frei, unsere auswärtigen Kunden trauen sich anscheinend nicht, in Köln anzurufen und die Klienten aus der Region, na ja, ob die arbeiten?

Mangels Schlaf sind heute denn bei mir auch eher Bereitschaft und weniger anspruchsvolle Aufgaben angesagt und zwischendurch habe ich auch mal ein Auge ins Internet geworfen und war bass erstaunt ob des Konterfeis “meines” ehemaligen Kioskbesitzers Remzi bei Spiegel Online:

Der zugehörige Artikel beschreibt recht schön, wie wir Kölschen den Fasteleer verbringen.

Und sonst so? Einiges, aber der Reihe nach:

  • - Bedauerlicherweise und trotz der vielen kölschen Tön’ die man während der 5. Jahreszeit überall zu hören bekommt, ist Kölsch (die Sprache, nicht das Bier!) vom Aussterben bedroht.
  • - Wundert es mich, dass der hiesige Kirchenfürst, Kardinal Meisner, der Karnevalssession seinen Segen gibt – müsste ihm das Tun und Treiben in Köln doch vorkommen, als hätte er eine 5-Tage-Reise nach Sodom und Gomorrha unternommen und, wenn man mal liest, welchem Pack er Unterstützung gewährt, kommen einem doch ernsthafte Zweifel über seinen Geisteszustand:

Meisners Erzbistum im Westen der Republik ist zum Sammelbecken rechtsgläubiger Katholiken geworden, von Anhängern des Opus Dei bis hin zu den Legionären Christi. Dem emeritierten Weihbischof Max Ziegelbauer erlaubte der Kardinal, die lateinische Messe im alten Ritus in der Kölner St.-Kunibert-Kirche zu zelebrieren. Dabei sprachen die Gläubigen antisemitische Gebete gegen “die verworfene Judenschar”. Ein Kölner Pfarrer war “erschrocken über etliche kahlgeschorene Mitbeter in den Kirchbänken”.

  • - Ach ja, dass die Kirche keinen Humor verträgt, ist ja eigentlich auch nichts Neues, lässt sich hier aber auch noch einmal konkret lesen:

Die Bischofskonferenz in Israel verurteilte am Freitag die “widerlichen Angriffe auf Jesus Christus und die Jungfrau Maria”, die der Sender Kanal 10 Anfang der Woche in einer Comedy-Sendung ausgestrahlt hatte.

  • - Überhaupt die Kirche: Revisionisten und Holocaustleugner wieder in ihrem Schoß willkommen zu heißen ist schon ein starkes Ding.
    Nachdem die argentinische Regierung nun Richard Williamson zehn Tage Zeit gibt, das Land zu verlassen, frage ich mich, ob er wohl politisches Asyl im Vatikan beantragen wird. Vermutlich wird er weniger Probleme haben, irgendwo unter zu kommen, als die derzeit noch in Guantanamo verbliebenen Häftlinge.
    Bitter, aber wahr.
  • - Da passt das auch ganz gut (oder eher schlecht), dass jeder 8. Lehramtsstudent der Uni Dortmund an die Schöpfungslehre glaubt und Evolutionstheorie für Spökes hält.
  • - Zum Thema Kinderpornosperren hier auch noch ein zwei Links:
    Wie verschiedene Ministerien versuchen, Grundrechtseingriffe weg zu zaubern, lässt sich schön bei Odem.org nachlesen.
    Der entsprechende Heise-Artikel findet sich hier und glücklicherweise sind sich Regierung und Provider bislang nicht einig gewordenwie ich schon schrub: Kindesmissbrauch ist furchtbar, aber wenn eine hysterische Alte, deren technisches Verständnis gar noch geringer als ihr kaum vorhandenes Grundrechtsempfinden ist, meint, sie müsse den ersten Schritt zur Zensur unternehmen, kann ich nur begrüßen, dass die Provider sich nicht vor diesen Karren spannen lassen wollen.
  • - Und, wenn schon 12jährige unter Verfassungsschutzbeobachtung gestellt werden sollen, frage ich mich, ob das nicht auch eine Form von Kindesmissbrauch ist

2louse and way back

Prolog: Mangels Internetzugang schreibe ich diesen Text offline – was wird war also vielleicht schon ;)

Samstagabend, gleich geht es ins Kino: “Religolo” – ein Film mit Bill Maher, den mir mein Gastgeber während meines Besuches bekannt gemacht hat. Ich denke das wird ein angenehmer Spaß auf angemessen atheistischer Basis.

Und sonst? Eigentlich alles gut, abgesehen davon, dass seit einigen Tagen die für Heizung und Warmwasser zuständige Therme des Apartments ausgefallen ist und langsam die Kälte am Immunsystem knabbert. Aber morgen geht es wieder zurück nach Hamburg, dort werde ich dann ausgiebig heiss duschen, um die sich nähernde Erkältung abzuwehren und die auf gefühlte 30°C gesunkene Körpertemperatur wieder aufzuladen.

Toulouse ist recht schön, die dominierende Farbe der Stadt ist Backsteinrosa und erstaunlicherweise ist das Stadtbild dennoch (oder deshalb) sehr schön. An der Garonne entlang zu spazieren ist entspannend, Schlendern durch die schmalen Altstadtgassen etwas aufregender, die Augen springen zwischen interessanten Fassaden, netten Läden und attraktiven Französinnen (Cliché erfüllt!) hin und her.
Empfehlenswert ist der Besuch von “Saint Sernin”, der größten romanischen Kirche Europas, die immerhin an zumindest einer Wand noch bunte, wenn auch verblasste, Farben hat und durch die Höhe des mittleren Schiffes stark beeindruckt. Mehr Sehenswürdigkeiten, abgesehen von einem kurzen Abstecher in den “Couvent de Jacobins”, einer gotischen Kirche, in der Thomas v. Aquin begraben wurde und einem kurzen Blick auf das Weltkulturerbe “Canal du Midi” wollte ich mir nicht anschauen – das Wetter war nicht im Urlaubmodus und sich ausgiebieg durch die Stadt-Treiben-Lassen hat mir dann auch schon gereicht.

Der Ausgehtag für Studenten und Jungbleibenwollende ist interessanterweise der Donnerstag und, angesichts der Qualität und Preise der Biere kann ich nur zum gepflegten Pastis raten oder einen guten Rotwein empfehlen.
Das ist eh so ein Ding mit den Preisen: Lebensmittel und Konsumwaren wie Zigaretten sind oft um einiges teurer als in Deutschland, so dass ich mich frage, an welchen Stellen weniger Geld ausgegeben wird oder ob einfach die Löhne entsprechend höher liegen.

Aber das Einkaufen in den hiesigen Supermärkten macht Spaß: Welcher Supermarkt verfügt schon über ein Hummerbecken oder derartige Käsetheken? Ich war erstmal schlichtweg überfordert von der Reichhaltigkeit der Delikatessenkonserven und würde mir so manches Produkt auch bei uns wünschen…

Und nun heißt es für mich Zähne zusammen beissen und ab unter die kalte Dusche, bevor es ins Kino geht.

#### Interlude ####

Sitze nun im Flugzeug nach Hamburg, höre passenderweise Fat Freddy’s Drop (“I got nothing left to lose, it is time that I change my views”) und überarbeite bzw. ergänze den Artikel, den Du gerade vor Augen hast.

#### Und weiter ####

Kino war dann nicht mehr, wir kamen mit fünf Minuten Verspätung im “Utopia” an und durften keine Karten mehr erwerben – im Grunde genommen besser so, nach einem hervorragenden Abendessen aka Geschmacksexplosion waren wir beide auch etwas träge und sind dann auf ein Bier in den Irish Pub im Quartier um dann noch ein längeres Küchengespräch zu führen und dann zu Star Wars einzupennen.

Am nächsten rief die Heimat, ich war froh, dass der Flughafen wieder geöffnet hatte und bin dann auch relativ wohlbehalten in Hamburg gelandet und bevor ich den Artikel nun gar nicht mehr heraus haue, gibt es hier noch eine kleine Impression, wie Toulouse aussah, als ich die Stadt verließ:

Zu Themen, wie die Fahrerlose Metro und so, vielleicht, vielleicht bei Gelegenheit mehr.

Unverstandene Begehrlichkeiten.

Ich muss mich gerade zwingen, nicht in zu paranoide Denkmuster zu verfallen, während ich dies hier tippe und mir dabei überlege, welche Konsequenzen ein stärker geheimdienstlich arbeitendes BKA hätte, wie dies aktuell von Schäuble, Wiefelspütz und den anderen Experten für Innere Sicherheit gefordert und glücklicherweise von einigen mutigen Landesnachwuchspolitikern der SPD Sachsens kritisiert und entsprechend abgebügelt wird.

Aber, ich verstehe das schlichtweg nicht: Wozu unternimmt man den Versuch, das BKA mit umfassenden Rechten auszustatten, die das Bundesamt für Verfassungsschutz anscheinend schon sehr lange hat?

Was macht eigentlich der Verfassungsschutz? Einstellen!

“Verfassungsschutz stellt Überwachung von Bürgerrechtler ein”, so Heise Online heute und ich denke, nach 38 Jahren ohne verfassungsfeindliche Erkenntnisse, verschwendete Steuergelder und unsäglichem Geschnüffele vermutlich auch in privaten Bereichen ist dies mehr als überfällig, wäre aber wohl nicht geschehen, wenn der Verfassungsschutz Möglichkeiten gesehen hätte, die Verhandlung vor dem Kölner Verwaltungsgericht nicht als begossener Pudel zu erleben – eine rechtliche Handhabe für die Langzeitermittlung gab und gibt es wohl nicht.

Kurz vor der ersten mündlichen Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Köln am Donnerstag dieser Woche teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz nun überraschend mit, dass die Beobachtung “nach aktuell erfolgter Prüfung” eingestellt worden sei.

Laut Gössners Anwalt Udo Kauß konnte das Bundesamt für Verfassungsschutz bisher nicht plausibel darlegen “weshalb die geheimdienstliche Beobachtung [...] über einen Zeitraum von 38 Jahren zum Schutz der Verfassung notwendig gewesen sein soll”.

Geheim, geheim.

Es liegt auf der Hand, dass ein Geheimdienst geheim arbeiten muss, dies liegt in seiner Natur, wie Heiner Busch hier anschaulich in der Jungle World darlegt und, abgesehen von Misserfolgen wie die Unterwanderung der NPD wird man wohl auch nur selten mitbekommen, was der Verfassungsschutz noch an Mist baut alles schützt und geschützt hat, ist ja geheim.

Und nun?

Gute Frage. In Zeiten, wo Anwälte, die, wie in Herrn Dr. Gössners Fall, den ich oben kurz schilderte, sich für die Bürgerrechte und -freiheiten engagieren (Mitherausgeber des mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichneten Grundrechte-Reports, Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte und Jury-Mitglied bei den Big Brother Awards) mit jahrelanger Aufmerksamkeit durch die Geheimdienste “belohnt” wird, bleibt Mißtrauen wohl leider an der Tagesordnung.

Es kann ja wohl nicht sein, dass man seinem Arzt nicht mehr vertrauen darf, da er kein Zeugnisverweigerungsrecht mehr hat. Oder dass einem Einblick in die “eigenen” Akten verwehrt wird, mit der Begründung, dass Staatsgeheimnisse davon betroffen sein könnten.

Aber, dies ist leider so und wird sich wohl kaum ändern.

Brauchen wir mehr Überwachung?

Aber brauchen wir dann eine weitere Institution, die ohne Aufsicht daher kommt und letztendlich selber definieren kann, was nun der Sicherheit dient und was gefährlich ist?

Diese Frage kann sich jeder selber beantworten, abschließend möchte ich noch auf einen Artikel von Claudia Schröder zum Thema verweisen, den Telepolis gestern veröffentlichte:

Das BKA als Hüter der Pressefreiheit?Wenn der Bock zum Gärtner wird

Das Bundesverfassungsgericht beschrieb 1966 in der so genannten Spiegel-Entscheidung die Bedeutung der Presse in der Demokratie so: “Eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse ist ein Wesenselement des freiheitlichen Staates; insbesondere ist eine freie, regelmäßig erscheinende politische Presse für die moderne Demokratie unentbehrlich.”. Der Bundestag hat jetzt das umstrittene Gesetz zur Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus durch das Bundeskriminalamt durchgewunken und damit ein eindeutiges Zeichen gegen die Pressefreiheit gesetzt: Deren Schutz würde in das Ermessen des BKA gestellt.

Also: Brauchen wir mehr Überwachung? – Mit Sicherheit nicht.

Ich war eben mal draußen, Brot kaufen und die Atmosphäre auf der Venloer Strasse einatmen, dabei weiß ich gar nicht, ob die Anspannung nun da war oder nur ich diese so empfand, aber ein Mannschaftswagen der Polizei vor der Haustür und dann auch deren noch einige im Veedel verteilt, werden nicht nur mich nicht kalt gelassen haben.

Überhaupt ist es interessant, festzustellen, dass Pro Köln und die Moschee so ein Thema sind, dass sich Menschen einfinden, die wegen der Gegenproteste aus ganz Europa einreisen, eben erfuhr ich von Finnen, die sich von Düsseldorf (heute schreibe ich das mal aus ;-) ) aufmachen werden, um sich morgen einzureihen und den Zugang zum Heumarkt gegen die Revisionistenbande zu blockieren.

Interessant und brisant finde ich auch folgende Aussagen:

Am Freitagabend will Pro Köln dann an unbekanntem Ort unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine interne Veranstaltung abhalten, auf der auch eine “Erklärung” beraten werde. Im Grunde sei dies das einzige Element mit “Kongress-Atmosphäre”, so Beisicht

[ via ]

Gegen 15.35 Uhr machte die Polizei der geplanten Bustour ein Ende. Beamte überreichten „Pro Köln“ auf dem Schiff eine schriftliche Verfügung, wonach die Bustour mit den geplanten Stopps an der Ehrenfelder Moschee und in der Keupstraße untersagt sei. Die Polizei sprach bis auch mehrere Platzverweise aus. Einsatzleiter Michael Temme begründete das Verbot damit, die Stadtrundfahrt sei eine “nicht hinzunehmende Provokation”. “ProKöln spielt mit uns Katz und Maus und agiert mit Unwahrheiten”, so Temme.

und

Die Polizei hatte zunächst Mühe, sich auf die unübersichtliche und für sie überraschende Situation einzustellen, da Pro Köln nicht über den Ort ihrer Veranstaltung informiert hatte.

[ via ]

Und wenn dann, wie mir eben ein Freund via skype berichtete, nahezu das gesamte Rheinufer und die komplette Altstadt voller Polizeibeamten ist, die ich im Übrigen für Ihren heutigen Einsatz bedauere, muss man sich doch fragen, ob nicht die mangelnde Bereitschaft Pro Kölns mit der Polizei zusammen zu arbeiten, in die Richtung geht: So kriegen wir Schlagzeilen, egal was es kostet, wir zahlen es ja nicht.

Denn Beisichts Satz: “Im Grunde sei dies das einzige Element mit Kongress-Atmosphäre” deutet in meinen Augen darauf hin, dass an diesem sogenannten “Kongress” weniger Substanz dran ist, als in ‘nem Hamburger von $FASTFOODKETTE. Viel Rauch und Geldverschwendung wegen nichts — und das ist der eigentliche Skandal, denn Pro Köln dürfte dies vorher bereits bekannt gewesen sein. Ist ja auch interessant, wie man einen Kongress abhalten will, dessen einziger, leicht verklausulierter Inhalt ist, dass man gegen Ausländer Stimmung macht, Inhalte, hallo?

Ich denke, Le Pens Einschätzung und Reaktion auf die Windeier vom Rhein spricht Bände und wenn man sich dann, nach der letztjährigen Demo – die mehr dem Ausflug der geriatrischen Abteilung als einer Demonstration ähnelte – auch noch die technische und personelle Unterstützung des Vlaams Belang sichern muss, damit der “Kongress” stattfinden kann, da muss man auf der einen Seite neidlos anerkennen, dass eine rigorose Minderheit hier einen heftigen Wellengang verursacht und – dies ist das Schönste – auf der anderen Seite man muss auf jeden Fall  feststellen, dass der sogenannte Anti-Islam-”Kongress” Pro Kölns eine unglaubliche Solidarität erzeugt, sich die Menschen bunt einreihen und gegen die faschistische Bande Stellung beziehen.

Und nun kommen wir zu einem Knackpunkt: Denn bedauerlich ist es, dass, angesichts der zahlenmäßigen Überlegenheit der Gegendemonstranten, leider immer noch einige Idioten darunter sind, die nicht kapieren, dass Gewalt kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein darf. Abgesehen davon, dass dies in den rechts konservativen bis faschistischen Medien natürlich den Fokus verschiebt.

Ein weiterer Knackpunkt: Denn was auch nicht unter den Teppich gekehrt gehört ist die Tatsache, dass es Dialogbedarf gibt zwischen Muslimen und Demokraten, denn vieles, was unter dem Deckmantel der Religion geschieht, aber aufgrund unseres demokratischen Systems als menschenunwürdig zu bewerten ist, sollte näher betrachtet werden. Der Koran steht nicht über sondern unter dem Grundgesetz, wie jede andere religiöse Schrift auch. Und es gilt, eine Form zu finden, in der beides in o.g. Hierarchie miteinander funktionieren kann. Ich für meinen Teil lehne jedwede Religion als Hokuspokus ab, stehe aber jedem das Recht zu, seine Religion auszuüben, solange es nicht die Rechte anderer verletzt.

Es kann beispielsweise nicht angehen, dass hierzulande Menschen mit einer Fatwa belegt werden und irgendein fanatischer Depp meint, er müsse Gott zu Befehl diese vollstrecken, das ist unerträglich.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch auf den Zentralrat der Ex-Muslime und auf die Bruno-Giordano-Stiftung hinweisen, deren Position meiner am nächsten entgegen kommt.

Für die Länge und die leichte Unstrukturiertheit des Textes entschuldige ich mich direkt mal und morgen Abend oder Sonntag gibt es dann ein kleines Resümee zu dem heißen Samstag in der Kölner Altstadt.

Das ist mein Essen heute: Hühnerbrühe und Toastbrot, ob ich Cola trinken soll, weiß ich nicht, hier im Büro haben wir – zumindest auf unserer Etage – nur hm, Gesundheitscola mit Vitaminen ohne Zucker aber mit Suspekt. Ich denke, ich schaue mal oben, ob noch Heilwasser da ist oder richtige Cola und greife den Mädels vom Kundenservice mal unter die Arme, die haben anscheinend ein csv2xls2csv-ist-lossy-problem.

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