Es ist schon eine interessante Zeit, in der Innenminister verfassungsfeindlich agieren, Mörder Menschen wie Filbinger rehabilitiert werden sollen und Politiker aus dem gleichen Lager der gleichen Partei von der christlichen Fähigkeit, Gnade zu erteilen, dermaßen weit weg sind, dass ich versucht bin, jene auf die gleiche Stufe wie Herrn Filbinger zu stellen — für den Gnade aus seiner Sicht ja auch nicht diskutabel war.
Nun ja, was damals rechtens war, kann heute kein Unrecht sein.
Nicht wahr, Herr Beckstein?
Ach, fällt mir gerade dazu ein: Ist vielleicht noch nicht bis Bayern durchgedrungen, aber es gibt auch so was wie ein neues Testament — sonst wären die Christen auch nicht in der Lage, sich Distinktionsbewusst dem Islam entgegen zu stellen, oder?
MussNochWasHinzuFügendes:
Auch ganz vergessen habe ich, Herr Beckstein, dass Sie Herrn Klar vorwerfen, er würde schweigen und keine Aussage machen. Was halten Sie denn davon, dass Herr Kohl – dessen Verdienste um ein geeintes Europa zweifellos unstrittig sind – seinerzeit auch keine Aussage bezüglich der Spender erteilte und nun für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde, zugegebenermaßen nicht durch ein CxU-Mitglied, das wäre ja nun wirklich höchst peinlich bis allzu albern.
Man darf mir gerne vorhalten, ich würde ganze Vorstadtsiedlungsbezaunungen schwenken, aber leider kann ich Ihnen nur unterstellen, dass die Sehfähigkeit auf dem rechten Auge einiger Sprachführender Unionspolitiker dringend einer Überprüfung bedarf.